Bau eines KSC-Stadion aus der Sicht einer Hundehalterin

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hallo KAL-Blog-Leserinnen und Leser,

 

-sab- aus meinen Beiträgen innerhalb der KAL-Diskussionen hab ich nun auf Wunsch einen KAL-Blog-Beitrag gemacht. Hier zu lesen:

 

Nachdem ich nun jahrelang die Stadiondebatten verfolgt habe und nun das Thema wieder hochkocht und ich aufgefordert wurde, eine Meinung dazu zu haben komme ich zu folgendem Ergebnis:

 

Wildpark weiter sanieren und die Stadiondebatte endgültig beenden und begraben!

 

Warum sollte die Stadt ein neues Stadion bauen (oder das alte umbauen)? Das ist keine kommunale Aufgabe.

Die DFL hat dem derzeitigen Stadion die Liga-Tauglichkeit bestätigt. Lizenz gesichert, also besteht daher kein Grund.

 

Die Polizei hat sich noch nie offiziell an die Stadt als Stadionvermieterin gewandt und aus Sicherheitsgründen Umbaumaßnahmen verlangt, also besteht daher auch kein Grund.

Der KSC wünscht sich einen Neubau, dass er mehr Einnahmen durch Sponsoring generieren kann, das ist nicht der Stadt ihre Sache, also besteht daher auch kein Grund.

Hinzu kommt, dass der KSC überhaupt gar nichts fordert. 😉

 

Die Stadt muss ihrer kommunalen Aufgabe nachkommen, die städtischen Immobilien (in dem Fall das Wildparkstadion) instand zu halten.Sponsoring des KSC gehört  nicht zu ihrer Aufgabe. Einen Stadionneubau muss ein Investor machen, die Stadt sollte nicht dieser Investor sein. Wenn ein Investor kommt, kommen schon noch genug Kosten auf die Stadt zu, die sie zu tragen hat, für Infrastruktur und Erschließung und Co.

 

Wie kann man überhaupt auf die Idee kommen, dass die Stadt ein Stadion zu bauen hat?

In meiner Erinnerung (trübe, nicht mehr ganz sicher) war das doch so, dass seinerzeit absehbar war, dass dringende, teure Sanierungsmaßnahmen in den nächsten Jahren im Wildpark auf die Stadt zukamen. Nach längerer Debatte ist man dann einig geworden dieses Geld gleich sinnvoller in einen Neubau zu stecken und noch einen Zuschuss vom Land zu beantragen. Dass man halt hinterher was hat. Mit diesem Argument konnten überhaupt erst Mehrheiten für einen Stadionneubau mit der Stadt als einzigen Investor organisiert werden. Der KSC ist dann aber aus dem Wildparkneubau ausgestiegen und die Stadt hat halt doch das Geld in die Sanierung zur Instandhaltung gesteckt. Damit ist doch das Thema Neu- oder Umbau vom Tisch! Wir haben jetzt einen sanierten Wildpark und das für den Neubau gemünzte Geld ausgegeben. Fertig, Ende.

 

Durch die verschiedenen Veranstaltungen des neuen Oberbürgermeisters entsteht jetzt der Eindruck, dass ein Stadionneubau generell beschlossene Sache sei, nur nach dem passenden Standort wird noch gesucht. Sehr seltsam… Hat der Gemeinderat beschlossen ein neues Stadion zu bauen? Nein. Also kann der OB auch nicht so tun. Und eigentlich auch nicht städtisches Geld für Standortuntersuchungen ausgeben. Newport hat zurückgezogen, also hat niemand gesagt, dass er in der Mastweide als Investor ein Stadion bauen will, also braucht er auch kein Gutachten erstellen lassen. Gleiches gilt für Untere Hub und auch für den Wildpark. NIEMAND hat gesagt, er will ein Stadion bauen (= den Stadionbau finanzieren) – also braucht man auch nirgends einen Platz dafür suchen.

Von Seiten des KSC-Präsdiums und auch aus den Reihen der CDU-Fraktion hört man immer wieder mal: “Die Stadt muss sich entscheiden, ob sie Profifußball in Karlsruhe haben will oder nicht.”

 

Meine Meinung: die Stadt hat das längst getan. Die Stadt will Profifußball haben und das Bekenntnis dazu liegt im Hardtwald. Die Stadt hat ein Fußballstadion gebaut, hält es instand, modernisiert es jährlich und vermietet es zu günstigem Preis an einen Profifußballverein. Wie kann man da die Frage stellen “Will die Stadt Profifußball oder nicht?”. Warum sonst wohl lässt sie die Fans kostenlos den KVV nutzen? Darüber gab es NIE Diskussionen im Gemeinderat. Nie, nicht mal von ganz links, wurde je gefordert (so wie bei der Messe) den Wildpark zu schließen oder sonstige städtische Unterstützung, die der KSC bekommt, einzustellen….

-die Stadt stellt dem KSC ein ligataugliches Stadtion zu günstigem Preis
-die Stadt sorgt für die komfortable An- und Abreise der Fans des KSC (Ampelschaltung werden geändert, KVV fährt verstärkt, Straßen werden gesperrt…)

-die Stadt macht 18.000 Leute jeden zweiten Samstag glücklich und das sind nicht mal alles Karlsruher (Zahl 18.000 stammt vom KSC, nicht von mir)

-die Stadt kommt ihren Aufgaben als Vermieterin weit über ihre Verpflichtugen nach und das obwohl der KSC der schlechteste Mieter Karlsruhes ist
-die Stadt übernimmt die Fahrtkosten der KSC-Fans beim KVV

-die Stadt unterstützt den KSC also weit mehr darüber hinaus als es ihre kommunale Aufgabe wäre.

 

Vielleicht sollte man das mal von der Seite betrachten und diese Sachen positiv herausstellen, anstatt sich immer vom KSC beschimpfen zu lassen und das am Schluss auch noch selber zu glauben.

Diese bisherige Unterstützung der Stadt weiterhin an den KSC geben, vielleicht noch ausbauen, und wie eingangs gesagt: Stadiondebatte begraben!

Das geht jetzt einfach nicht! In den nächsten hundertfünfzig Jahren kann noch viel passieren (Lottogewinn des KSC, Investor, Oberwald kann abbrennen, Ikea sich ansiedeln, unverhofft  eine Fläche freiwerden…), vielleicht auch ein neues Stadion, aber jetzt zu dieser Zeit ist es nicht in Sicht.

 

Danke für’s lesen