Denkpause beim Neubau Wildparkstadion und Neubewertung Standort Bahn-Areal südwestlich ESG Frankonia (DB Netz AG – Instandhaltung)

Veröffentlicht von

Antrag
1. Bei der Gemeinderatssitzung am 15. Juli 2008 wird nicht über den Umbau Wildparkstadion beschlossen.
2. Während der „Denkpause“ wird der Standort „Bahn-Areal südwestlich ESG Frankonia“ (DB Netz AG – Instandhaltung; ehemaliger Gleisbauhof) von der Stadtverwaltung und externen Fachleuten, auch in Gesprächen mit DB Services Immobilien, neu bewertet.
3. Möglichst noch im Herbst 2008 soll über den Standort neues Stadion unter Kenntnis der Grobkosten dort und des zugehörigen Zeitplans zur Umsetzung entschieden werden.

Sachverhalt / Begründung:
Schon immer präferiert die Karlsruher Liste (KAL) grundsätzlich einen anderen Standort für ein neues Fußballstadion statt des Umbaus des Wildparkstadions. Die KAL hatte dazu vor Jahren den Standort Gleisbauhof der Deutschen Bahn südwestlich des Sportgeländes der ESG Frankonia vorgeschlagen. Vorteile:
Nähe zu zwei Autobahnausfahrten, Eisenbahn- und Straßenbahnanschluss, Werbewirksamkeit (interessant für Titelsponsoren), Parkplätze auf dem Messplatz, kaum Einschränkungen bei der Nutzung, Ausweisung im FNP als Sondergebiet, nur ein großer Grundstückseigentümer bei den Verhandlungen, absehbar zurückgehende Bedeutung des Areals für den aktuellen Nutzer (heute DB Netz AG – Instandhaltung) etc.

Eine vom Oberbürgermeister 2005 eingesetzte Projektgruppe hatte den Auftrag, mögliche Alternativ-Standorte für den Wildpark zu untersuchen. Wesentliches Kriterium bei der Beurteilung war damals die schnelle Umsetzbarkeit bei gesicherten Kosten; ging man doch von einem möglichen Baubeginn 2008 aus. Vor diesem Hintergrund bewertete die Projektgruppe den Standort „Gleisbauhof“ zwar für grundsätzlich, aber nicht aktuell geeignet. Deshalb entschied sich der Gemeinderat im Frühjahr 2006 für den Standort Wildpark.

Diese Bewertung muss heute für überholt gelten, da neue Anforderungen und Erkenntnisse vorliegen: Infrastrukturfragen am Adenauerring erweisen sich als schwieriger zu lösen als erwartet, die DFL hat neue Auflagen gemacht, der KSC sieht im Zuge der Fortentwicklung seines Businessplans neue Anforderungen an das Stadion. Die Kosten am Standort Wildpark haben sich somit gravierend und zwar negativ entwickelt: 3,4 Millionen Euro Zuschuss der Stadt pro Jahr, Baukosten von rund 70 Millionen Euro und (ungesicherte!) Infrastrukturkosten von zusätzlich rund 20 Millionen Euro.

Die vorliegende Planung für ein neues Wildparkstadion zeigt nicht bzw. nur mit großen Kosten lösbare Probleme für Bau und Betrieb eines zukunftsweisenden Fußballstadions mit Vermarktungsmöglichkeiten auch außerhalb des Profi-Fußballs. Und vor allem hat sich der Bauzeitenplan völlig geändert. Mittlerweile ist ein Baubeginn frühestens in der Sommerpause 2010 realistisch, mit all den technischen Problemen und Zeitverzögerungen, die ein Umbau im Bestand mit sich bringt.

Dazu kommt das angedeutete Interesse der Universität am Areal Wildpark. Eine Neubewertung des Ersatzstandorts auf grundsätzliche Machbarkeit (Interesse des Grundstücks-Eigentümers, mögliche Erschließung, Baurecht), Kosten (Grundstückserwerb, Bau, Infrastruktur) und zu veranschlagende Zeit eines Neubaus inkl. gesamter Planung ist daher sinnvoll.

Unterzeichnet von:

Lüppo Cramer Dr. Eberhard Fischer Michael Kunz