Umbau von drei Seiten des Stadions in Stufen

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< 13. Dezember 2013 >   Bezahlbare Alternative statt kompletter Neubau für 120 Millionen / Sonderwünsche muss der Verein selbst bezahlen / Stadt finanziert Umbau – KSC muss entsprechende Miete zahlen 

Die Karlsruher Liste (KAL) vergleicht seit langem verschiedene Optionen eines Um- oder Neubaus des Wildparkstadions. Lüppo Cramer, Fraktionsvorsitzender der Fraktion, erläutert die zentrale Frage: „Wir brauchen ein Stadion, für das der KSC nachher die Miete auch wirklich bezahlen kann. Und diese Planung muss die wichtigsten Erwartungen der Fans berücksichtigen.“ Das bedeutet: Heimfans zukünftig auf einer neuen, steilen Tribüne direkt hinterm Tor statt der heutigen Südostkurve. Zudem müssten die Planer dem Rat der Sicherheitsexperten folgen: Gästefans im Nordwesten, direkt dahinter der Parkplatz für die Gästebusse.

Die KAL-Fraktion beantragt daher für die kommende Gemeinderatssitzung eine Planung, die in drei Bauabschnitten das Stadiongebäude kostengünstig errichtet. Beginnen solle der Umbau mit der neuen Heim-Tribüne. Als dritter Bauabschnitt soll nach Vorstellung der KAL die Gegentribüne ans Spielfeld rücken. Die jetzige Haupttribüne wird erst umgebaut, wenn sie völlig abgeschrieben ist. Auch die Verkehrsinfrastruktur soll sich nach den Vorstellungen der KAL-Fraktion verbessern, „aber nicht für 50 Millionen Euro, wie in der aktuellen Planung der Verwaltung“, sagt Cramer. „Andere Städte und Profivereine haben uns eine preisgünstigere Umsetzung vorgemacht.“ In alle seine Zusatzwünsche müsse der Verein selbst investieren: etwa in den Abbau der Wälle, Tiefgarage für VIPs im Stadion direkt, neues Regionalligastadion für 5.000 Zuschauer. „Die regionale Wirtschaft steht ja laut IHK-Präsident Wolfgang Grenke hinter einem neuen Stadion. Das können die entsprechenden Unternehmen mit der Finanzierung beweisen.“

In einem kostengünstigeren Stadion wäre die Miete für den KSC deutlich geringer. Und die bestehe bei jedem neuen Stadion, so Cramer, mindestens aus den Zinsen für die Darlehen der Stadt, plus den Betriebskosten des Stadions: „Die Abschreibung oder Rücklagen für spätere Sanierung sind da nicht berechnet, ein enormes Entgegenkommen der Stadt.“ Jeder Dritte, der städtische Räume benutze, auch Kindergärten oder Kultureinrichtungen, zahle eine einigermaßen kostendeckende Miete an die Stadt. Für eine profitorientierte Organisation wie einen Profisportverein müsse dies erst recht gelten. Cramer geht davon aus, dass der OB und alle Stadträte zumindest in der ersten Bundesliga eine solche Miete erwarten. „Alles andere wäre mit der Funktion eines Vertreters der Bürgerschaft auch nicht vereinbar.“

In der Vergangenheit glich der Verein allerdings noch nicht mal die Rasenpflege und Instandhaltung im Stadion aus. Mit rund 1,5 Millionen Euro liegt der KSC daher bei der Stadt im Mietrückstand. „Im September in der öffentlichen Sitzung des Gemeinderats ging es darum: Die Verwaltung sollte den Punkt ‚Miete im neuen Stadion’ mit dem KSC grundsätzlich klären“, erinnert Lüppo Cramer. Vom KSC kam zur Mietfrage bis heute kein Signal – stattdessen eine Liste von millionenteuren Wünschen zur Planung.