Wir wollen alles inklusiv

Veröffentlicht von

Schulsozialarbeit – Karlsruher Pass – Straßensozialarbeit – Barrierefreiheit – Vision einer Modellstadt Inklusion

Es ist unsere Aufgabe, allen die Möglichkeit zu geben, mitzukommen.

Mitzukommen – das gilt schon vor der Geburt. Damit kleine Karlsruherinnen sicher in das Stadtleben starten können, müssen wir etwa Hebammen unterstützen. Unsere Stadt sollte den Hebammen eine gute Arbeitsumgebung bieten und sie unterstützen – zum Beispiel durch ein Geburtshaus.

Mitzukommen – in der Schule: Wir müssen in einer heterogenen Schullandschaft Schulkinder mit verschiedenen Problemlagen berücksichtigen. Schulsozialarbeit ist unverzichtbar. Schulsozialarbeit fördert junge Menschen in ihrer individuellen, sozialen und beruflichen Entwicklung.

Mitzukommen – mit dem Karlsruher Pass: Er macht die Teilhabe aller Menschen – auch der finanziell Schwachen – an den Angeboten und Leistungen dieser Stadt möglich. Der Karlsruher Pass ist dank uns wieder Teil des Angebotes für Menschen in Karlsruhe! Die Leistungen müssen erweitert werden. Wir sind nicht zufrieden, dass kaum die Hälfte der Berechtigten den Pass beantragt.

Jugendliche mitzunehmen – in die Mitte der Stadtgesellschaft. Gegen Teilnahmslosigkeit oder gegen Hinwendung zu politischen Extremen. Der Anteil Jugendlicher mit massiven Anpassungsschwierigkeiten und vielfältigen Problemen nimmt zu. Dabei reichen die Problemlagen vom Schulverweigerer mit Angststörung bis zum traumatisierten Geflüchteten.

Mitzukommen – dank Straßensozialarbeit: Schon einmal gelang Sozialarbeitern die Integration der Gruppen am Werderplatz ins Stadtteilleben. Mit klaren Absprachen und Regeln hatte sich die Situation entspannt. Wir brauchen deshalb Straßensozialarbeit, die ergänzend zum Drogenkonsumraum und den Alkohol Akzeptierenden Aufenthaltsraum A3 eingeplant wird.

Ein bestimmtes Merkmal wie Alter, Geschlecht, Zugehörigkeit zu einer bestimmten ethnischen Gruppe, Religionsgemeinschaft, sexuelle Ausrichtung oder ein geistiges oder körperliches Anderssein darf nicht dazu führen, diese Menschen nur als Zugehörigen, als Teil einer Bevölkerungsgruppe zu definieren. Jeder Mensch ist mehr als die Summe seiner Teile.

Wir befürworten deshalb auch die Strategie zur Förderung der Gleichstellung der Geschlechter (Gender Mainstreaming). Das heißt, dass die unterschiedlichen Lebenssituationen und Interessen von Frauen und Männern bei allen Entscheidungen auf allen gesellschaftlichen Ebenen zu berücksichtigen sind. Gerade in der Politik müssen wir mit gutem Beispiel voraus gehen und gemeinsam mit und in der Stadtverwaltung Akzente setzen!

Die KAL ist aktiv dabei

Wir setzen uns für alle Menschen unserer Stadt ein. Ein besonderes Augenmerk müssen wir auf die legen, die besonders hilfebedürftig sind. Das sind Kinder und Menschen in Problemlagen. Gerade ihnen fehlt die Energie und Zeit sich selbst zu vertreten. Unser Wunsch: Die Stadtverwaltung soll proaktiv auf diese Menschen zugehen. Die Stadt muss fragen: „Bei was kann ich dir helfen?“ Denn die Verwaltung und städtischen Ämter sind besser vernetzt und besser informiert als ein Einzelner. Deshalb soll jedem auch durch aufsuchende Hilfen bei Fördermöglichkeit, Formalitäten und Entscheidungen zur Seite gestanden werden.

Barrierefreiheit beginnt im Kopf – Die Vision der „Modellstadt Inklusion“

Ein Ziel der KAL ist nach wie vor, Barrierefreiheit in Karlsruhe zu schaffen. Barrieren im Kopf, in Gebäuden, Verkehrsmitteln und auf der Straße abbauen, dieses Ziel wird uns noch lange bewegen. Wir wollen auch diejenigen mitnehmen, die aufgrund einer Behinderung oder Krankheit spezielle Rahmenbedingungen benötigen. Inklusion ist ein Menschenrecht, Inklusion darf nicht als Kostenfaktor gesehen werden, es geht um Menschlichkeit. Das bedeutet auf die besonderen Bedürfnisse Einzelner einzugehen.

Gerade Kinder und Jugendliche mit speziellen Förderbedarfen und Behinderung brauchen besondere Rahmenbedingungen, um gleichwertig am gesellschaftlichen Leben teilhaben zu können. Wir wollen erreichen, dass eine inklusive Beschulung nicht Ausnahme, sondern Normalität wird. Das heißt, dass wir bei Neu- und Umbauten von Schulen die notwendigen Raumbedarfe mitdenken müssen. Auch die Ausweitung von Schulbegleitungen, pädagogischen und begleitenden Hilfen sowie der Eingliederungshilfe generell ist dafür notwendig.

Zu gesellschaftlicher Teilhabe gehört außerdem, dass Nachmittags- und Ferienbetreuung auch für Kinder mit Behinderung die Regel ist. Die KAL setzt sich dafür ein, dass Karlsruhe zur „Modellstadt Inklusion“ wird. Die Stadt soll eine Vorreiterrolle bei der Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention und bei einer individuellen Auslegung des Bundesteilhabegesetzes einnehmen.

Proaktives Handeln der Stadtverwaltung bedeutet für uns, dass berechtigte Personen und Familien Hilfen nicht suchen müssen, sondern angeboten bekommen. Die Umsetzung dieser Ziele wird Zeit und vor allem Geld kosten. Die KAL ist bereit für ein soziales Miteinander, eine inklusive Gesellschaft, ausreichend Mittel zur Verfügung zu stellen.

Die Idee einer „Modellstadt Inklusion“ umfasst die gesamte Stadtgesellschaft.

Wir setzen uns dafür ein, mehr barrierefreien Wohnraum, auch für Familien, zu schaffen. Das heißt, dass wir neben barrierefreien oder barrierearmen Wohnungen für Seniorinnen und Einzelpersonen auch große Wohnungen für Familien und Wohngruppen brauchen, in denen ein Mensch mit Behinderung leben kann. Oft geht mit einer körperlichen Behinderung ein erweiterter Platzbedarf für spezielle Hilfsmittel und Umbauten einher.

Auch auf dem Arbeitsmarkt in Karlsruhe soll Inklusion gefördert werden. Menschen mit Behinderung nicht in Werkstätten zu beschäftigen, sondern ihnen Möglichkeiten für Tätigkeiten im regulären Arbeitsleben zu ermöglichen, ist ein wichtiges Ziel für ein gleichberechtigtes, gemeinschaftliches Zusammenleben.

Die KAL setzt sich dafür ein, dass die Stadtverwaltung entsprechende Entwicklungen fördert.