Unsere Stadt entwickeln: Wem gehört die Stadt?

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Nachverdichtung – doppelte Innenverdichtung – Denkmalschutz

Wie sich die Karlsruherinnen und Karlsruher in ihrer Stadt fühlen, liegt zu einem erheblichen Teil auch an der städtebaulichen Gestaltung. Deshalb soll die Entwicklung der Stadt durch ihre Bevölkerung mitgestaltet werden. Wir wollen eine Attraktivitätssteigerung der Quartiere unter Beachtung des Denkmalschutzes und des Klimaschutzes.

Nach vorne schauen und die gebaute Vergangenheit der Stadt im Blick behalten!

Das Franz-Rohde-Haus im unrenovierten Zustand

Karlsruhe ist eine junge Stadt, aber trotzdem gibt es hier Quartiere mit historischem Charakter. Gewachsene Stadtbilder, Häuser, die Geschichte und Geschichten erzählen tragen wesentlich zum Wohlfühlen in einer Stadt bei. Die Menschen identifizieren sich mit ihrer Umgebung, mit ihren gewachsenen Quartieren. Ein paar Beispiele aus der aktuellen Diskussion sind: das Franz-Rohde-Haus, die Wohnquartiere „Fasanengarten“ und Sophien-Carrée, das Kirchviertel in Grötzingen, die Breite Straße in Beiertheim, die Waldstadt oder die Altstadt von Durlach. An diesen Beispielen zeigt sich die Herausforderung der Stadtplanung: Neuen Raum für die Bevölkerung schaffen und gleichzeitig die Interessen jener, die hier schon lange und gerne wohnen, beachten.

Der Schutz von Baudenkmälern oder erhaltenswerten, stadtbildprägenden Ensembles muss größer geschrieben werden! Das wirkt sich besonders auf das Mittel der Nachverdichtung aus.

Nachverdichtung und doppelte Innenentwicklung

Kleingärten in Karlsruhe

Mit dem „Städtebaulichen Rahmenplan zur Klimaanpassung“ hat der Gemeinderat beschlossen, den stadtklimatischen Belangen eine besondere Bedeutung beizumessen. Damit liegen die Wohnraumbeschaffung und der Karlsruher Klimaschutz gleichrangig im öffentlichen Interesse. Mit Blick auf die aktuellen Entwicklungen in Karlsruhe zeigt sich, dass die Anforderungen an die (klein)klimatischen Auswirkungen bei Nach- bzw. Innenverdichtung dem Rahmenplan entsprechend stärker berücksichtigt werden müssen. Denn Hitze-Phänomene werden mit dem Klimawandel in der Stadt zunehmen.

Nach- und Innenverdichtung wirkt sich negativ auf die Lebensqualität der Menschen aus, die in dem jeweiligen Quartier leben und arbeiten. Im Sinne der doppelten Innenentwicklung (Erhaltung städtischen Grüns einerseits, Nutzung versiegelter Flächen zur Schaffung von Wohnraum andererseits) muss es einen stärkeren Schutz des Stadtgrüns zum Beispiel auch innerhalb der Blockrandbebauung sowie die Entwicklung zusätzlicher, qualitativ hochwertiger Grünflächen geben. Denn diese leisten einen wesentlichen Beitrag zum städtischen Klimaschutz. In verdichteten Ballungsräumen ist urbanes Grün von hoher Bedeutung für das Mikroklima, für die wohnungsnahe Erholung und ganz allgemein für die Wohnqualität sowie für ökologische Funktionen. Karlsruhe muss nicht zuletzt aus Gründen der Lebensqualität eine Stadt mit viel Grün bleiben. In neuen Stadtteilen müssen Grünflächen entstehen. Maßnahmen zur Begrünung sollen bestehende Lücken in stark versiegelten Bereichen aufwerten. Wir werden uns auch zukünftig im Gemeinderat dafür einsetzen, dass die kleinklimatischen Belange bei der Stadtplanung verstärkt berücksichtigt werden.

Straßenzug im historischen Kern von Durlach

Als Leitgedanke und Werkzeug setzt die Karlsruher Liste auf die sieben Stoßrichtungen des Räumlichen Leitbilds: Klare Konturen, Grüne Adresse, Starke Mitte, Mehr Wohnen, Coole Quartiere, Dynamisches Band und Urbane Nähe. Nach diesen Merkmalen wollen wir unsere Quartiere entwickeln – unter Beachtung des bestehenden Stadtbildes und des Denkmalschutzes.

Transparente Verfahren vor Ort bilden die elementare Voraussetzung für Bürgerbeteiligung. Erfolgreiche Stadtplanung muss die Möglichkeiten zur Teilnahme am Dialog und an Entscheidungen ausschöpfen. Die Ideen und Wünsche der Menschen müssen von der Stadtplanung und dem Gemeinderat ernst genommen werden.

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