Einführung generisches Femininum in der Verwaltungskommunikation

Veröffentlicht von


Änderungsantrag
Die Stadt Karlsruhe nutzt für die nächsten 5 Jahre in der mündlichen und schriftlichen
Kommunikation allein das generische Femininum.


Uns ist in alten mæren wunders vil geseit…

Sachverhalt / Begründung:
Sprache verändert sich. Immer wieder werden Regeln neu gesetzt und dem aktuellen Sprachgebrauch angepasst. So hat der Diskurs der letzten Jahrzehnte dazu geführt, dass nicht nur das generische Maskulinum in Frage zu stellen ist, sondern die bipolare Geschlechtszugehörigkeit an sich. Dies manifestiert sich auch im alltäglichen Sprachgebrauch.
Mit dem generischen Maskulinum fühlen sich eben nicht alle Menschen grundsätzlich angesprochen. Sprachbilder bauen auch Bilder im Kopf, beeinflussen unsere Sicht auf die Gesellschaft. Die Umstellung auf eine geschlechtergerechte Sprache ist eine Herausforderung. Wir müssen uns auf neue Schreibweisen und Worte einigen und dürfen dabei gerade in der Verwaltungskommunikation nicht den Anspruch an eine leichte
Sprache verlieren.
Offensichtlich fehlt einigen, meist männlichen, seltener weiblichen Menschen die notwendige Flexibilität und Vorstellungskraft für diesen Wandel. Deshalb schlagen wir vor, dass mit der konsequenten Nutzung des generischen Femininums durch die Stadt Karlsruhe für die nächsten 5 Jahre ein breites Bewusstsein dafür geschaffen wird, wie sehr Sprache die Bilder in unseren Köpfen beeinflusst. Und vielleicht versteht der oder
die ein oder andere dann besser, dass sich mit der generischen Nutzung einer Geschlechtsform eben nicht alle Menschen angesprochen fühlen.
Nach über 500 Jahren gedruckter deutscher Sprache und damit dem Gebrauch des generischen Maskulinum, gerade auch in der Amtssprache, kann die Stadt Karlsruhe mit der konsequenten Nutzung des generischen Femininums diesen Übergang in der deutschen Sprache einigen Menschen erleichtern und vielleicht sogar erklärbar machen.
Uns wird in alten Erzählungen viel Wunderbares berichtet…