VBK Straßenbahn

Interfraktioneller Antrag: Niedrigschwelliger Zugang zu undatierten Tickets – Automatenverkauf ermöglichen

Veröffentlicht von

Die Stadt Karlsruhe fordert die VBK auf:

  1. Undatierte Fahrkarten künftig auch an den Fahrkartenautomaten im VBK-Vertriebsgebiet anzubieten.
  2. In enger Abstimmung mit Stadtverwaltung und der VBK die technische und organisatorische Umsetzung dieses Vorhabens zu prüfen und voranzutreiben.
  3. Zu prüfen, inwieweit diese Regelung langfristig auf das gesamte KVV-Gebiet ausgeweitet werden kann.    

Sachverhalt/Begründung:

Die antragsstellenden Fraktionen setzen sich für einen barrierefreien Zugang zu undatierten Tickets im VBK-Vertriebsgebiet ein. Derzeit sind undatierte Fahrkarten ausschließlich in KVV-Kundenzentren, in vereinzelten Verkaufsstellen oder per Post (zzgl. 4,99 € Porto) erhältlich. Diese eingeschränkten Vertriebswege stellen insbesondere für mobilitätseingeschränkte Personen, Senior:innen, Berufstätige sowie Gelegenheitskund:innen eine erhebliche Hürde dar. Andere Verkehrsverbünde, wie etwa in Stuttgart oder im VRR, haben bereits erfolgreich den Automatenverkauf dieser Ticketart etabliert – eine technische Umstellung, die auch in Karlsruhe ohne nennenswerten Aufwand realisierbar ist.

In vielen Teilen des VBK-Vertriebsgebietes fehlen Ticketautomaten und die wenigen vorhandenen Verkaufsstellen sind für einen großen Teil der Bürger:innen, insbesondere mobilitätseingeschränkte Personen, Senior:innen und Familien, nur schwer erreichbar. Ein flächendeckender Automatenverkauf ermöglicht einen selbstbestimmten, zeitlich flexiblen Zugang zu Tickets und trägt so maßgeblich zur Chancengleichheit im ÖPNV bei.

Der jetzige Weg über Kundenzentren oder den postalischen Versand verlängert den Ticketkaufprozess unnötig. Mit undatierten Tickets, die unmittelbar an Automaten erhältlich sind, wird ein spontaner und unkomplizierter Fahrtantritt ermöglicht – ein wesentlicher Vorteil für Gelegenheitskund:innen.

Die Integration undatierter Tickets in den bestehenden Automatenbetrieb ist sicherlich technisch realisierbar. Vordatierte Tickets sind bereits an Automaten erhältlich; die Erweiterung um die Option „undatiert“ erfordert lediglich eine geringfügige Anpassung, wie sie in anderen Verkehrsverbünden bereits erfolgreich praktiziert wird.

Potenzielles „Graufahren“ ist kein alleiniges Argument, da vergleichbare Ticketarten – auch digitale Lösungen – einem ähnlichen Risiko ausgesetzt sind. Erfahrungen anderer Verkehrsverbünde belegen, dass der Automatenverkauf zu keinen signifikanten Missbrauchsproblemen führt.

Eine kundenfreundliche und flexible Ticketgestaltung ist essenziell, um den ÖPNV attraktiver zu machen und die Verkehrswende konsequent voranzutreiben.

Analoge, nicht-digitale Angebote sind wichtiger Bestandteil einer umfassenden Mobilitätsstrategie.

Unterzeichnet von:

Lüppo Cramer, Michael Haug, Sonja Döring und Karlsruher Liste Fraktion
Annette Böringer, Petra Lorenz und Thomas H. Hock und FDP/FW Fraktion
Fabian Gaukel, Adina Geißinger, Kiên Nguyen, VOLT Fraktion
Friedemann Kalmbach, FÜR
N.N. Die Linke Fraktion

Zum Herunterladen

Beitrag teilen:

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert