Leben – Lernen – Wohnen – Arbeiten in der Stadt

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Schule – Ausbildung – Studium – Arbeit – Grundrecht Wohnen

Kinder brauchen genug Raum für ihre persönliche Entwicklung – sei es in der Schule oder auf dem Spielplatz. Kinder leben vor allem in ihrem Stadtteil. Wenn dort Aktionsräume fehlen oder verloren gehen, ist die Folge, dass Kinder sich in ihre Wohnungen oder privaten Gärten zurückziehen. Kinder müssen spielen. Für soziale Lernprozesse sind Aktionsräume notwendig. Das sind insbesondere naturbelassene Räume, ohne pädagogischen Zuckerguss, mit Ecken und Kanten, aber auch breite Straßen und Gehwege. Um das bestmögliche Ergebnis zu erreichen,wollen wir, dass Kinder weiterhin in die Planung von Spiel- und anderen Plätzen einbezogen werden. Jugendliche brauchen „reizvolle“ Begegnungs-möglichkeiten im Stadtteil, sie suchen Abenteuer und wollen ihre Kräfte messen: Sie brauchen Plätze zum Bolzen und Toben. An solchen Orten kann Toleranz gelebt werden und hier soll ein Miteinander ermöglicht werden. Wir finden es unabdingbar, Jugendliche in die Planungen von Wohnbebauung und Begegnungsorten einzubeziehen.

Schule – Ausbildung – Studium

„Kostenfreiheit von Erziehungs- und Bildungseinrichtungen ist eines der Ziele, auf die wir hinarbeiten müssen.“ (Zitat: KAL-Wahlprogramm 2014) Gleiche Chancen für alle können wir schaffen, wenn jedem Kind der Besuch einer Kindertageseinrichtung offensteht, hierfür brauchen die Kitas mehr Personal. Deshalb müssen die förderfähigen Plätze für die praxisintegrierte Erzieherinnen- und Erzieherausbildung (PIA) weiter erhöht und der Beruf besonders auch für Männer attraktiv werden. Bessere Bezahlung sowie ein höherer Personalschlüsselermöglichen flexible, längere Betreuungs- und Öffnungszeiten und erlaubt es allen Eltern, allen Berufstätigen, ihre Kinder jederzeit gut versorgt zu wissen.

Kurze Wege für kurze Beine und erreichbare Standorte für alle Schulformen: So sollen die Schulstandorte verteilt werden. Dazu gehört, Schulbauten so zu planen und zu gestalten, dass sie flexibel genutzt werden können. Die inhaltliche Schulpolitik ist Landessache, aber Städte sind die
Hausherrinnen der Schulen. Deshalb müssen wir sie pflegen! Instandhaltungsmaßnahmen, Sanierungen und Digitalisierung müssen mit Weitsicht und Dringlichkeit von der Stadt angegangen werden, um mit den Bedarfen der Schulformen und Schülerinnen Schritt zu halten.

Wir unterstützen Schulen, die sich entscheiden, Ganztagsschule zu werden. Rahmenbedingungen für unterrichtliches und außerunterrichtliches Lernen an Ganztagsschulen müssen verbessert werden, um die Abhängigkeit des Bildungserfolgs von der sozialen Herkunft zu verringern. Alle Kinder und Jugendlichen brauchen die gleiche Chance, zusätzliche sportliche, kulturelle und andere Bildungsangebote zu nutzen. Dieses Konzept unterstützen wir.

Die 12 beruflichen Schulen der Stadt Karlsruhe sind profilierte Kompetenzzentren mit einem umfassenden Angebot an Bildungsgängen. In den kommunalpolitischen Diskussionen werden sie oft nur am Rand wahrgenommen, obwohl dort 16.000 Lernende unterrichtet werden. Im Zentrum des Interesses steht die Berufsausbildung, überwiegend als Dualpartner der Betriebe in Handwerk, Industrie, Dienstleistung und Handel. Aber auch zusätzliche Ausbildungsgänge in schulischer Trägerschaft werden angeboten, um den künftigen Fachkräften für Stadt und Region eine gute Startchance zu geben. Die beruflichen Schulen benötigen hervorragende, dem technischen Stand entsprechende Ausstattungen. Insbesondere die Anforderungen in der Digitalisierung der Wirtschaft, Industrie 4.0, High-Tech in Handwerk und Industrie sowie ständige berufliche Innovationen erfordern künftig erhebliche Unterstützung durch die Kommunalpolitik, um auch im Wettbewerb mit der Region weiterhin eine führende Rolle zu spielen. Eine große Aufgabe der beruflichen Schulen ist die Integrationsleistung für junge Menschen. Sie begleiten beim Übergang von der Schule in die Arbeitswelt. Schülerinnen werden mit speziell zugeschnittenen Bildungsangeboten zielgerichtet gefördert.

Aber auch eine sehr große Zahl an Migranten und Migrantinnen wird an die Berufsanforderungen herangeführt, um ihnen möglichst gute Integration in Arbeit und Gesellschaft zu ermöglichen. Zur Bewältigung dieser vielfältigen Herausforderungen bedarf es einer deutlich verbesserten Versorgung aller beruflichen Schulen mit Schulsozialarbeit. Berufliche Weiterbildung in den beruflichen Schulen hat einen hohen Qualitätsanspruch. Insbesondere Techniker- und Meisterschulen, Fachschulen für Handel und Wirtschaft sowie Weiterqualifizierungen in Pflege und Management bieten sehr gute Aufstiegsmöglichkeiten für Beschäftigtevieler Branchen der Stadt. Gleichzeitig bieten diese Bildungsgänge Anreize für Fachkräfte, sich in Karlsruhe weiterzubilden, um dann häufig in der Region zu verbleiben. Dies ist vor dem Hintergrund eines rasant wachsenden Bedarfs an Führungspersonal im mittleren Management ein wichtiger Standortfaktor. Deshalb müssen die Bildungsgänge der Weiterbildung an den beruflichen Schulen der Stadt Karlsruhe langfristig gesichert werden. Dies bedeutet, dass die Gebühren für die Fachschulen erheblich gesenkt werden müssen, um im Wettbewerb um künftige Führungskräfte weiterhin attraktiv zu bleiben.

Raum zum Lernen, Raum zum Arbeiten

Die Karlsruher Kommunalpolitik muss dem Standortfaktor Wissenschaft zukünftig noch mehr Aufmerksamkeit widmen. Forschung und Technologie kommen gerade in einer wissenschafts-orientierten Region wie Karlsruhe für die Schaffung neuer Arbeitsplätze eine sehr hohe Bedeutung zu. Gute Bildung und große Forschungsanstrengungen sind ein Vorteil im Wettbewerb der Regionen. Deshalb ist es wichtig, die Hochschulen und das KIT, Karlsruher Institut für Technologie, als den größten Arbeitgeber Karlsruhes mit international hohem Ansehen in Forschung, Lehre und Innovation, zu unterstützen.

Die Stadt kann vor allem das studentische Leben in Karlsruhe fördern: durch Schaffung von Freiräumen, (Radwege, ÖPNV-Ticket, gute Verbindung der Campus, studentisches Wohnen) und durch Offenheit für kreative Köpfe aus allen Regionen der Welt. Dieser Bedarf besteht für das KIT, aber auch die anderen Hochschulen der Stadt.

Forschung braucht eine gute Infrastruktur, eine Mischung aus attraktiven alten und funktionalen neuen Räumlichkeiten, auch Plätze im öffentlichen Raum für Begegnungen. Karlsruhe muss attraktiv sein für engagierte und kreative Menschen und Karlsruhe sollte die Kompetenzen dieser Menschen, die Kompetenzen der Hochschulen nutzen, insbesondere in den Bereichen Regionalplanung, Architektur, Mobilität, Technikfolgenabschätzung.

Arbeitsplätze sind insbesondere dort zu fördern, wo innovative Konzepte umgesetzt werden, wie beispielsweise Teilzeit- oder Lebensarbeitszeitmodelle, Altersteilzeit oder Jobsharing. Hier haben insbesondere die Stadt Karlsruhe und ihre Tochtergesellschaften eine Vorbildfunktion, der sie gerecht werden müssen. Vor allem im Bereich der Führungskräfte besteht noch viel Nachholbedarf.

Die KAL will in sensitiven Bereichen wie dem Gesundheitswesen, Wasser, Verkehr, u.a. keine weiteren Privatisierungen. In der Industrie-, Technologie- und Kreativwirtschaft sieht die KAL einen stark wachsenden Bereich der Wirtschaft, welcher einen erheblichen Anteil am Arbeitsplatzaufbau in der Region Karlsruhe hat. Dieser Bereich ist zu erhalten und weiter zu entwickeln. Außerdem steht die KAL zur Tarifbindung in Kommunalbetrieben und deren Subunternehmern (Equal Pay).

Grundrecht Wohnen

Der Indianerbrunnen in der Südstadt

Karlsruhe ist eine wachsende Stadt. Viele Menschen mit Familien ziehen aus beruflichen Gründen hierher, ältere Menschen zieht es zurück in die Stadt, Studierende der Karlsruher Hochschulen brauchen preiswerten Wohnraum. Das Angebot an hellen, modernen, altersgerechten und bezahlbaren Wohnungen in allen Stadtquartieren muss weiter ausgebaut werden. Nahversorgung und Hilfsorganisationen sollten in erreichbarer Nähe sein.

Es gibt auch Wohnungslose in Karlsruhe. Für diesen Personenkreis müssen nicht nur Unterbringungsmöglichkeiten vorhanden sein. Hier ist auch ein Betreuungsangebot nötig. Die Zahl der obdachlos Gemeldeten steigt weiter. Viele Wohnungslose sind seelisch oder körperlich krank und brauchen ein niederschwelliges Hilfsangebot zur Wiederherstellung ihrer Gesundheit oder zumindest zur Stabilisierung ihrer Situation. Die Verbesserung der medizinischen Versorgung wohnungsloser Menschen ist dem Vorstoß der KAL zu verdanken. Für obdachlose Menschen wird erfolgreich Wohnraum akquiriert: Mit der Volkswohnung als städtischer Gesellschaft zusammen sollte es möglich sein, für alle Menschen ohne Wohnung geeigneten Wohnraum zu schaffen oder kreative Nutzungen zu finden. Die hohe Prozentzahl von gefördertem Wohnraum bei Neubauten (ca. 60%) sowie der Anstieg von größeren Wohnungen für Familien ist auch der Einmischung der KAL zu verdanken.