Rede zum Unabhängigkeitstag der Ukraine

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Gedenkveranstaltung am Karlsruher Marktplatz: Hunderte versammeln sich zum Unabhängigkeitstag der Ukraine, um an die Loslösung von der Sowjetunion zu erinnern. Unter den Anwesenden befand sich auch Stadtrat Lüppo Cramer, Mitglied im Vorstand der Flüchtlingshilfe Karlsruhe, der mit wichtigen Worten die heutige Bedeutung des russischen Angriffskriegs für die Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine in seiner Rede ausdrückte:

Guten Tag, dobrideny,

ich freue mich sie alle an ihrem Unabhängigkeitstag, hier am Karlsruher Marktplatz zu sehen. Wir Karlsruherinnen und Karlsruher sind gerne ihre Gastgeber, bis sie wieder in ihre Heimat zurückkehren können und wollen.

Jetzt aber ist es wichtig für sie alle, dass sie wissen wie geht es nach dem 4. März 2024 weiter.

Bleibt der Schutzstatus für die ukrainischen Kriegsflüchtlinge in der Europäischen Union bestehen und wird er verlängert?

Alles andere als eine Verlängerung des temporären Schutzes für euch Ukrainerinnen wäre angesichts der Entwicklung des russischen Angriffkriegs absurd. Ich hoffe das die EU-Innenministerinnen diese Entscheidung möglichst schnell treffen, damit die Menschen aus der Ukraine mehr Sicherheit haben.

Auch die Stadt Karlsruhe braucht rechtzeitig eine verbindliche Lösung, wie es nach dem Auslaufen der aktuellen Regelung am 4. März 2024 weitergeht. Die Stadtpolitik muß sich darauf einstellen können.

Wir alle brauchen rasche Sicherheit, dass die Verlängerung des §24 Aufenthaltsgesetz nach der EU-Massenzustromrichtlinie kommt und damit Rechtssicherheit geschaffen wird über den weiteren Aufenthaltsstatus der Geflüchteten aus der Ukraine.

Die hier in Karlsruhe lebenden Ukrainerinnen müssen das jetzt wissen. Denn sie brauchen zum Beispiel für einen Wohnberechtigungsschein eine Aufenthaltserlaubnis von einem Jahr.

Wir Karlsruherinnen und Karlsruher wollen Sicherheit für die bei uns lebenden Ukrainerinnen, besonders auch für ihre Kinder.

Und darum möchte ich zum Abschluß noch die bemerkenswerte Solidarität der Bürgerinnen und Bürger Karlsruhes erwähnen. Hundertfach haben sie sich für ihre ukrainischen Mitbürgerinnen eingesetzt und werden dies weiterhin tun.

Dieses Beispiel zeigt, dass Mitgefühl und Zusammenhalt keine Grenzen kennen und dass wahre Freundschaft über Nationalitäten hinweg wachsen kann. Auch die Freundschaft zwischen Winnyzja und Karlsruhe.

Danke Ihnen allen dafür!

Lasst uns in diesen Zeiten noch enger zusammenstehen. Lasst uns die Brücken des Verstehens zwischen unseren Völkern und Städten stärken und gemeinsam an einer besseren Zukunft arbeiten. Deutschland steht verantwortlich an der Seite des ukrainischen Volkes. Möge dieser Unabhängigkeitstag ein Wendepunkt sein, der uns alle dazu inspiriert, für Frieden, Freiheit und Gerechtigkeit einzustehen.

Vielen Dank, und möge die Ukraine und damit auch wir alle bald wieder in Frieden und Freiheit leben können.

Slava Ukraini

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