Karlsruher Liste warnt vor Kostenrisiken und fordert stärkere Kontrolle
Die Karlsruher Liste (KAL) erwartet beim geplanten Neubau der Turmbergbahn eine deutlich strengere Kostenkontrolle und mehr Transparenz gegenüber dem Gemeinderat und der Öffentlichkeit. „Die aktuelle Kostenschätzung stammt aus dem Jahr 2020 – das ist angesichts der Baukostenentwicklung nicht mehr realistisch“, erklärt Lüppo Cramer, Fraktionsvorsitzender der KAL und Mitglied im Aufsichtsrat der VBK. Zwar sei der Landeszuschuss in Höhe von rund der Hälfte der veranschlagten Projektkosten inzwischen bewilligt, dennoch müsse jetzt genau hingeschaut werden, ob der Kostenrahmen von rund 32 Millionen Euro überhaupt noch haltbar sei.
Konkret beantragt die Karlsruher Liste eine Überprüfung der Bau- und Baunebenkosten einschließlich der verkehrlichen Begleitmaßnahmen auf Basis aktueller Kostenindizes. Die Ergebnisse sollen dem Gemeinderat in einem öffentlich tagenden Gremium vorgestellt werden. Zudem wünscht die KAL eine kontinuierliche, transparente Überwachung aller kostenrelevanten Entscheidungen mit halbjährlicher Berichterstattung in öffentlichen Sitzungen.
Kritisch sieht die KAL auch die bisherigen Entscheidungswege. „Die politischen Gremien und der Gestaltungsbeirat wurden bislang nur informell eingebunden, ohne echte Einflussmöglichkeiten“, sagt Klaus Fehrenbach, Architekt und Berater der Fraktion. Die Planung sei weitgehend durch den Generalübernehmer erfolgt. „Damit wurden Chancen vertan, Kosten zu senken und gleichzeitig die gestalterische Qualität zu verbessern.“
Die KAL beantragt daher zudem, die architektonisch-funktionale Ausgestaltung des Projekts noch einmal grundsätzlich zu überprüfen, etwa in einem Workshop unter Beteiligung externer Fachleute und des Gestaltungsbeirats.
Ein weiterer Punkt des Antrags betrifft die Folgekosten. „Großprojekte enden nicht mit der Fertigstellung“, betont KAL-Stadtrat Michael Haug aus seiner beruflichen Erfahrung als Bauingenieur. Betrieb, Instandhaltung und Abnutzung von Technik und Bauwerken müssten von Anfang an realistisch kalkuliert und während der Umsetzung fortlaufend aktualisiert werden. Die Erfahrungen aus der Kombilösung seien hier eine deutliche Mahnung. Angesichts der angespannten Haushaltslage der Stadt Karlsruhe und ihrer Tochtergesellschaften hält die Karlsruher Liste eine enge öffentliche Begleitung des Projekts für zwingend erforderlich. „Der Gemeinderat muss dauerhaft in der Lage sein, steuernd einzugreifen – und nicht erst dann, wenn Kostensteigerungen nicht mehr zu korrigieren sind“, so Haug.





