Plädoyer für ein klares Plätzekonzept

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<26. April 2013 / ebi>   Beitrag in der StadtZeitung (Seite der Fraktionen)

Attraktive Stadtplätze haben überall in der Welt ihr eigenes Gesicht. Die schönsten Plätze haben ein eindeutiges Profil: eher ruhig oder eher wuselig, Entspannen in einem Café oder eher buntes Treiben mit Festen und Märkten. So sollten auch die Karlsruher Plätze sein – das sah in der Vergangenheit der ganze Karlsruher Gemeinderat so. Jetzt nicht mehr: Das Plätzekonzept wird wohl ad acta gelegt.

Hintergrund: Jahrelang hat sich die Verwaltung vor dem Problem gedrückt, was passiert, wenn der Marktplatz wegen der Baustelle als Platz für Veranstaltungen ausfällt. Jetzt „muss“ alles ganz schnell gehen. Weil der Friedrichsplatz am nächsten liegt, soll das meiste dorthin. Statt Rasen und Blumen wird dann bald Asphalt für Jahre den Platz belegen. Denn auf wintermatschigem Gras kann kein Christkindlesmarkt stehen. Die Erbprinzenstraße wird zudem die Funktion für die Radler verlieren, hier die Innenstadt durchqueren zu können. In der Fußgängerzone dürfen sie nicht fahren – wo dann?
 
Wir von der KAL-Fraktion wollen diese Zukunft für den Friedrichsplatz nicht. Im Plätzekonzept ist er als der ruhige Ort vorgesehen. So wie er ja auch bisher genutzt wird: mit gut genutzten Parkbänken, mit freiem Blick zum Naturkundemuseum für alle Nutzer, mit Fahrradstraße. Ein sonniges Café an den Arkaden wäre das Tüpfelchen auf dem i. Den Christkindlesmarkt wünscht sich die Mehrheit der Karlsruher(innen) zwischen Zirkel und Schloss. Wenn das wegen (noch) fehlender Infrastruktur 2013 nicht möglich ist, bietet sich der Stephanplatz an, kombiniert mit anderen Flächen. Wir plädieren dafür, das vor Jahren wohldurchdachte Plätzekonzept einzuhalten – auch und gerade in Baustellenzeiten. Denn der öffentliche Raum ist das wertvollste Gut einer City, die allen Bedürfnissen entspricht: für Shopping, Bummeln, Essen gehen, Geschäfte erledigen, Relaxen, Feiern und Wohnen.

Wo hätten Sie gern Feste und Märkte? Schreiben Sie uns Ihre Meinung, etwa auf www.karlsruher-liste.de.