In der interessierten Karlsruher Öffentlichkeit und der Fachwelt wurde die ersatzlose Kündigung der Liegenschaft des Reitinstituts bis zum Jahresende 2026 mit großem Unverständnis aufgenommen.
Aber die Egon-von-Neindorff-Stiftung hat den Kopf nicht in den Sand gesteckt. Sie hat in den letzten Monaten intensive Aktivitäten entfaltet. So konnte sie durch ein erweitertes Portfolio viele neue Sponsoren gewinnen, die es der Stiftung ermöglichen wird, ohne die bisherigen Zuwendungen auszukommen.
Aber auch die Zivilgesellschaft ist nicht untätig geblieben. Viele Menschen haben reagiert, die Zahl der Mitglieder ist sprunghaft angestiegen. Deren Motivation war, das Reitinstitut für klassische Reitkunst am Leben zu erhalten. Auch der Bürgerverein Nordweststadt hat aus Sicht des Stadtteils klare Position bezogen und sich für den Weiterbetrieb des Reitinstitutes ausgesprochen.
Wenn der Karlsruher Gemeinderat die Nutzung der Liegenschaft durch die Stiftung weiterhin zulässt, ermöglicht er den Bestand dieser deutschlandweit einmaligen Einrichtung.
Dem vorgegebenen Sparkurs des Gemeinderates, die bisherigen Zuwendungen der Stadt von jährlich 60.000 Euro auf Null zu setzen, hat das Reitinstitut akzeptiert. Und die Stiftung hat an Lösungen gearbeitet. Dieses Engagement sollten wir würdigen.
Aber eine pauschale oder vollständige Räumung der Liegenschaft erscheint dagegen zum jetzigen Zeitpunkt nicht erforderlich, sofern keine konkrete bauliche oder sicherheitsrelevante Notwendigkeit hierfür festgestellt wurde. Die von der Stiftung derzeit genutzten Gebäude sind für die bestehende Nutzung ausreichend und sicher.
======================================
Sollte es zu der Räumung kommen, stellen sich für die Stadtverwaltung viele Fragen:
Was passiert mit den ca. dreißig Pferden, die vor Ort nicht mehr betreut werden können? Diese Tiere können nicht einfach geschlachtet werden. Hier wird das städtische Veterinäramt in die Verantwortung gehen müssen. Eine wahrscheinliche Inobhutnahme der Tiere wird auf die Stadt zukommen.
Hier entstehen Kosten und ein Aufwand, der nicht zu Ende gedacht wurde.
Für das Gebäude liegt bei einem Leerstand die Verantwortung für die Verkehrssicherung bei der Stadt. Die Immobilie muss winterfest gemacht werden. Das gesamte Gelände muss vor Vandalismus geschützt und umgebaut werden. Auch größere Instandhaltungskosten bei Gefährdung für Leib und Leben müssen durch die Stadt veranlasst und getragen werden.
Auch hier sind die Kosten und der Aufwand für das HGW nicht zu Ende gedacht worden.
Meine Fraktion wünscht, dass die Kosten und der Aufwand aller betroffenen Ämter detailliert aufgeschlüsselt und dem Gemeinderat zur Verfügung gestellt werden.





