Staatstheater mit überregionaler Strahlkraft

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Für die Karlsruher Liste ist die Garantie des bestehenden Spartenangebots
und der Erhalt dieser zentralen Kulturinstitutionen nicht verhandelbar.

Professionelles Staatstheater als Mehrspartenhaus oder provinzielles Stadttheater – das ist nach Ansicht der Karlsruher Liste (KAL) die Entscheidung, welche der Gemeinderat jetzt treffen muss. „Seien wir doch mal ehrlich: jede massive Einsparung, ob im Bau oder in der künstlerischen Ausrichtung wird zu einer Abwertung des Theaters führen“, meint Stadtrat Michael Haug, kulturpolitischer Sprecher der Karlsruher Liste. Für Lüppo Cramer stellt sich die Frage, „Will Karlsruhe weiterhin ein Oberzentrum sein oder nicht“. Deshalb müsse sich die Stadtpolitik entscheiden, ob man weiter ein professionelles Mehrspartenhaus mit Schauspiel, Oper und Ballett haben wolle oder ein kleines städtisches Schauspielhaus. „Wenn der Gemeinderat Sparten wegkürzt, wird das Land ein solches Theater nicht mehr als ‚Staatstheater‘ akzeptieren“, stellt Haug fest.

„Die ganze Debatte macht gerade eher den Eindruck eines aufgeregten Hühnerhaufens“, so fasst KAL-Stadtrat Lüppo Cramer die Diskussion im Gemeinderat zusammen. Die KAL habe keine Angst vor dem „Fuchs“, den 290 Millionen Euro, die durch den städtischen Haushalt zu tragen seien. Man müsse Einsparpotentiale prüfen, sind sich Cramer und Haug einig, aber viel Zeit dürfe nicht mehr verloren gehen. Die Stadt müsse dann über 12 Jahre 290 Millionen Euro stemmen, also jährlich 25 Millionen – das sei keine kleine Summe. Aber für Cramer und Haug steht fest: „Das ist eine Investition in die Zukunft unserer Stadtgesellschaft“. Karlsruhe solle auch weiterhin ein Staatstheater bieten. Als Oberzentrum der Region halte die Stadt wichtige Institutionen vor – so eben auch ein hochprofessionelles Mehrspartenhaus. Haug weist zudem darauf hin, dass am Theater an die 800 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ihr Auskommen haben. Schließe man mehrere Sparten, könnten bis zu 600 Beschäftigte auf der Straße stehen. „So stellen wir uns Kulturförderung nicht vor – vor allem in diesen für die Kulturbranche so harten Zeiten“, verdeutlicht Haug. Deshalb sei für die Karlsruher Liste auch klar: Das „Ja“ zum Staatstheater beinhalte auch ein deutliches „Ja“ zur Förderung der freien Kulturszene.

Für die Karlsruher Liste gehöre das Theater zudem ins Herz der Stadt. Vor allem mit dem geplanten Konzept, das sich dem städtischen Raum öffnen will. „Hier soll auch ein öffentlicher, nicht-kommerzieller Raum für Ideen und Projekte der Bürger:innen entstehen. So etwas darf nicht an den Stadtrand verbannt werden“, versichert Haug. Eine Verlagerung auf den Messplatz mache auch aus stadtplanerischer Sicht keinen Sinn. „Und was werden die Schausteller und Schaustellerinnen dazu sagen, wenn man ihnen den Messplatz wegnimmt?“, fragt Cramer. Das neue Staatstheater werde ein hochwertiges und ansprechendes Gebäude. Die Außenanlagen versprächen hohe Aufenthaltsqualität. „Und genau das brauchen wir im Zentrum unserer Stadt“, schließt Haug