Seniorenpolitik der Zukunft

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Redebeitrag von Margot Döring, Vorsitzende der Karlsruher Liste, bei der Mitgliederversammlung des Karlsruher Stadtseniorenrats am 30. April 2019

Politik  wird auch in Zukunft nicht für sondern mit Senioren und Seniorinnen gemacht. Planungen mit Älteren aufgrund von Visionen von älteren Menschen umsetzen heißt das für die KAL.

Wenn Gruppierungen älterer Menschen aktiv werden und ein gemeinsames Projekt umsetzen wollen – zum Beispiel ein Generationenwohnprojekt – ist die KAL dabei und unterstützt das Anliegen zum Beispiel durch Anträge im Gemeinderat. Das funktioniert natürlich nur, wenn die KAL wieder als Fraktion ein Antragsrecht hat.

Unsere KAL-Politik befasst sich mit allen Menschen, die in Karlsruhe leben – also von den ganz Alten bis zu den ganz Jungen. Deshalb haben wir kein spezielles Senioren-Kapitel in unserem aktuellen Programm.

Die KAL-Schwerpunkte Europa – offene Gesellschaft / Kultur – vielfältig und frei / Stadtplanung – wem gehört die Stadt / Inklusion leben: jetzt! betreffen alle Lebensbereiche der Menschen hier.

INKLUSION – betrifft Menschen mit Behinderungen oder Einschränkungen und deren Familien. Beispiel Wohnen: im Aufsichtsrat der Volkswohnung achten wir bei Neuplanungen darauf, dass auch barrierefreie Wohnungen für Familien, also mit mehr als zwei Zimmern, eher mit fünft Zimmern eingeplant werden. Damit Wohnen im Quartier mit kurzen Wegen – für ganz junge oder sehr alte Beine – möglich bleibt. Natürlich auch mit der notwendigen Infrastruktur.

Wir unterstützen alternative Wohnmodelle und den Ausbau der Hilfen vor Ort. Unser Ziel dabei: die Stadt glänzt durch proaktives Handeln, die Verwaltung fragt von sich aus: was brauchst du, was braucht deine Familie. Und sie kommt von sich aus mit Angeboten und Möglichkeiten, die sie als Stadt, als Teil des Landes und des Bundes hat.

WEM GEHÖRT DIE STADT? Stadtplanung darf nicht ohne die Menschen, die hier leben, stattfinden. Das heißt: aktive Bürgerbeteiligung, Transparenz und die Berücksichtigung der Vorstellungen der Betroffenen, Alt-Eingesessenen, Älteren sollen mehr Gewicht haben.

Zur Stadtplanung gehört natürlich für die KAL auch der Ausbau des ÖPNV, weiterer Ausbau der Barrierefreiheit beim ÖPNV, bei Straßen, Wegen, Plätzen und öffentlichen Gebäuden. Das darf ruhig Geld kosten.

KULTURVIELFALT für alle Alters- und Interessengruppen. Förderung von freier Kultur und kulturellen Initiativen, zum Beispiel beim Seniorentheater, den weiteren Ausbau des Karlsruher Passes – damit finanziell nicht so gut gestellte ältere Menschen Kultur genießen können: das sind KAL-Ziele. Weil für uns Kulturarbeit vor allem Bildungsarbeit ist – und die ist auch im Alter wichtig.

OFFENE GESELLSCHAFT

Wir Seniorinnen und Senioren kennen noch Grenzen und Schlagbäume, Passkontrolle und die Frage „haben Sie was zu verzollen?“. Die Vorteile offener Grenzen in Europa müssen sich vielleicht gerade ältere Menschen immer wieder vor Augen halten. Auch die Vorteile von multikultureller Vielfalt, die Offenheit gegenüber „dem Anderen“ sind wichtige Bausteine, selbst offen zu bleiben, flexibel, neugierig und mutig zu leben.

Also: die Karlsruher Liste hat wenig spezielle Vorstellungen zur Seniorenpolitik der Zukunft. Wir können uns vieles vorstellen, unterstützen Eigeninitiativen, fördern und fordern Bürgerbeteiligung und treten der Stadt dabei gern mal auf die Füße, wenn es heißt: geht nicht – gibt es nicht, weil es das noch nie gab, weil das zu teuer ist, weil: da könnte ja jede kommen.

Dann kommt die KAL und stellt einen Antrag. Anträge stellen können Fraktionen.

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